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Konferenz ZwischenSprachen im Hamburger Universitätsklinikum

 

 

(hc) Auf der Fachtagung „ZwischenSprachen“ am 18.06.2018 im UKE Hamburg wurden die Forschungsergebnisse einer zweijährigen mit EU-Fördermitteln durchgeführten Studie von Vertretern der Arbeitsgruppe Psychosoziale Migrationsforschung (AGPM) dem Publikum vorgestellt. Vorrangig geht es dabei um das Ziel der Definition und Festlegung von Qualitätsstandards zur Qualifizierung von Sprachmittlern für die Sozialarbeit. Es waren rund 80 interessierte Teilnehmer vor Ort. Auch der Bundesvorstand des BDÜ war durch Elvira Iannone vertreten, ebenso die deutschen Vertreter von AIIC und ADÜ Nord sowie Träger und Vereine, die im Zuge ihrer täglichen Arbeit mit Sprachmittlung im Migrationskontext zu tun haben.

Das Tagungsprogramm bot am Vormittag eine Vortragsreihe, wo noch einmal nachdrücklich die Bedeutung der zahlreichen Sprachmittler für die Integrationsarbeit hervorgehoben wurde (Frau Aydan Özö?uz, MdB). Weiterhin hat Frau Prof. Wadensjö von der Universität Stockholm in ihrem Vortrag die Herausforderungen des Community Interpreting in schwedischen Grundschulen mit Beispielen veranschaulicht, wodurch deutlich wurde, wie wichtig die Qualifizierung der Dolmetscherinnen und Dolmetscher im Umfeld von Flucht, Migration und Integration, kurz in der Arbeit mit Migranten, tatsächlich ist und welche Fähigkeiten neben der Sprachmittlung außerdem wünschenswert sind. Der dritte Vortrag zeigte die Entwicklung der Sprachmittlung in deutschsprachigen Länder der vergangenen vier Jahrzehnte und stellte dieses hochaktuelle Thema damit in einen historischen Kontext.

Die Vorstellung der Forschungsergebnisse sowie die anschließende Podiumsdiskussion mit dem Titel „Notwendige Entwicklung zur Sprachmittlung in Deutschland“, an der 5 Akteure beteiligt waren, die durch ihre tägliche Arbeit mit Migranten und Flüchtlingen einen unmittelbaren Bezug dazu haben und auf ganz unterschiedliche Erfahrungen zurückblicken, haben vor allem gezeigt, dass fest definierte Qualitätsstandards für Sprachmittler längst überfällig sind. Ein wesentlicher Aspekt wurde insgesamt in der gesamten Auseinandersetzung und (zumindest nicht sofort erkennbar) im Forschungsabschlussbericht nicht hinreichend berücksichtigt, und zwar die Haftung bei Übersetzungsfehlern, vielmehr hat es den Anschein, als wären weder die Bedarfsträger noch "Laiendolmetscher" bzw. Dolmetscher im sozialen Bereich diesbezüglich hinlänglich informiert. Weiterhin ist das Thema Bezahlung solcher Dolmetsch-Einsätze noch nicht ausdiskutiert und die Meinungen gehen weit auseinander, z. T. dahin, niedrige Stundensätze als gerechtfertigt erscheinen zu lassen.

Angesichts der vielfältigen Anforderungen, die die Sprachmittlung im Migrationsumfeld an die beteiligten Dolmetscher und Übersetzer stellt, muss die Vergütung so sein, dass auch entsprechend qualifizierte und erfahrene Menschen bereit sind, sich hier zu engagieren.

Es ist also nur gut, dass der BDÜ bei dieser Veranstaltung eingebunden wurde.  

Für den BDÜ Nord vor Ort waren Vorstandsmitglied Ilka Waßmann und 1. Vorsitzende Catherine Stumpp.


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